Doppelförderung für das Hesse-Museum in Calw

Strahlende Gesichter gab es bei den Hesse-Freunden und den Verantwortlichen der Stadt Calw: Innerhalb weniger Tage wurde bekannt, dass die Wüstenrot-Stiftung die neue Hermann-Hesse-Dauerausstellung fördert und der Deutsche Bundestag die Sanierung des Gebäudes unterstützt
Die Wüstenrot-Stiftung hat zwei Grundanliegen: „Einerseits der Suche nach dem richtigen Umgang mit kulturellem Erbe und andererseits der Suche nach Wegen, wie sich unser Gemeinwesen den Herausforderungen der Zukunft stellen kann“, erläutert Prof. Philip Kurz als Geschäftsführer. Ein wichtiger thematischer Schwerpunkt stelle zudem die Erhaltung und Pflege von materiellem und immateriellem Kulturgut und die Sicherung und Verankerung kultureller Leistungen im Gedächtnis der Gesellschaft dar. Die Wüstenrot-Stiftung fördert die neue Dauerausstellung über Hermann Hesse mit dem sehr großzügigen Beitrag von 250.000 Euro.
 „Da Hermann Hesse als Person und mit seinen Inhalten in Zeiten von Umweltzerstörung, aufkommendem Nationalismus und einem Gefühl der Unbehaglichkeit heute aktueller denn je ist, Themen, die wir in den Fokus der neuen Ausstellung stellen, ergänzen sich unsere Ansätze ganz wunderbar mit dem Stiftungszweck der Wüstenrot Stiftung“, erläutert Florian Kling, Oberbürgermeister der Stadt Calw. Sie setzt sich in besonderem Maße für die wissenschaftliche Aufbereitung zentraler Zukunftsfragen unserer Gesellschaft ein, um die Herausbildung der Fähigkeiten von Schülern/innen, Studierenden und jungen Berufstätigen in kulturellen Themenbereichen zu unterstützen.
Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat am Donnerstag eine Kofinanzierung der Sanierung des Hermann-Hesse-Museums in Höhe von 50% beschlossen und fördert damit in den nächsten Jahren mit insgesamt 1,425 Mio. Euro das Engagement in der Hesse-Stadt als internationaler Leuchtturm zeitgemäßer Literaturvermittlung.
Das Museum soll mit einer Gebäudesanierung und der Neuausrichtung der Ausstellung zentraler kultureller und gesellschaftlicher Treffpunkt der Hesse-Stadt werden. Geplant ist nun ein barrierefreier Zugang zum denkmalgeschützten „Haus Schüz“, welches das Museum beherbergt. Dach, Gebäudedämmung und Fassade sollen ebenso saniert werden wie die Innenräume. Die umfangreichen Baumaßnahmen belaufen sich nach einer Expertise auf ca. 2,85 Mio. Euro.
Bundestagsabgeordnete Saskia Esken (SPD) hat sich für die Bundesförderung nicht nur als Bewohnerin der Stadt Calw stark gemacht. Sie zeigt sich insbesondere überzeugt von der neuen Konzeption der Ausstellung, die nun viel stärker auch den Werdegang des Literaten und die Entwicklung grundlegender Haltungen aufgreift: „Im Zentrum des Werkes von Hesse standen bereits früher aktuelle Themen wie Umweltschutz, interreligiöser Dialog und politische Entwicklungen. Damit bietet Hesse auch heute zentrale Anknüpfungspunkte für die Diskussion und Kommunikation über unsere lokalen und globalen Herausforderungen – politisch wie gesellschaftlich. Toll, dass der Bund diese Neuausrichtung unterstützt. Ich freue mich sehr auf die Ausstellungserneuerung und zahlreiche neue Gäste!“
Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (CDU) gratulierte der Stadt Calw ebenfalls. Als langjähriger Bundestagsabgeordneter aus dem Wahlkreis Calw hat er das Hermann-Hesse-Museum viele Male besucht. „Das Hermann-Hesse-Museum ist ein Anziehungspunkt für die gesamte Region. Hermann Hesse war ein starker und kluger Geist. Er hat erkannt, dass im Egoismus, Fundamentalismus und auch im Nationalismus die Wurzeln für Feindschaft und Ausgrenzung liegen. Er plädierte für die Toleranz und den Respekt der Werte anderer. Hermann Hesse bleibt also hochaktuell. Es freut mich sehr, dass der Bund dieses wichtige Kulturprojekt nun finanziell unterstützt. Das ist eine gute Nachricht für alle Bürgerinnen und Bürger“, so Fuchtel.
Esken und Fuchtel betonten gemeinsam: „Dass der Bund nun Gelder für die Sanierung des Museums bereitstellt, ist ein starkes Zeichen für das kulturelle Erbe in unserer Region. Der Bund übernimmt damit Verantwortung, das Werk von Hesse zeitgemäß für die Bürgerinnen und Bürger des Nordschwarzwaldes und für Gäste aus aller Welt zugänglich zu machen.“

Zurück